Innr-Gründer Rob Timmer im Interview

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Innr ist einer der führenden Hersteller von ZigBee-Leuchtmitteln. Im Interview mit Rob Timmer haben wir über die Ausrichtung und die Zukunft des Unternehmens gesprochen.

 

Clevere Zigbee-fähige Alternativen zum Marktführer Philips Hue, doch nicht um jeden Preis

Innr Gründer Rob Timmer

SmarthomeAssistent: Der Smart-Home-Markt boomt weltweit. Der vielleicht zugkräftigste Impulsgeber für die Branche ist smarte Lichtsteuerung. Wie erklären Sie sich das?

Rob Timmer: Licht ist für uns Menschen ein zentraler Sinnesreiz. Erst durch Licht entsteht für das menschliche Auge ein Bild. Künstlich erzeugtes Licht ermöglicht dem Menschen heutzutage ein angenehmes und sicheres Leben – auch bei Dunkelheit.

Deshalb nimmt Licht einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere individuelle Stimmung.

Smartes Licht ist deshalb so anziehend, weil es praktisch alle wesentliche Bereiche von Smart-Home-Techniken mit beeinflusst: Energy Management, Gebäudesicherheit, Komfort, Vernetzung und Steuerung und nicht zuletzt Home Entertainment/Ambientbeleuchtung.

Im Gegensatz zu manch anderer Smart-Home-Technik ist die Steuerung der Beleuchtung einer Wohnung über eine Mobile App einfach, schnell und sicher in Betrieb zu nehmen.

Nicht zu vergessen sind die vergleichsweise geringen Anschaffungskosten.

SmarthomeAssistent: Innr wurde im Jahr 2012 gegründet und hat sich schnell als Markenhersteller etabliert. War Ihnen von vorneherein klar, dass Smart-Home-Leuchten ein weltweit gigantischer Zukunftsmarkt werden?

Rob Timmer: Ja, das zeichnete sich früh ab. Die Gründer von Innr haben bekanntlich einen Philips- bzw. Ikea-Background und die Markt-Prognosen waren seinerzeit eindeutig. Nicht ganz klar war die Frage des besten Funk-Standards. Hier bedurfte es anfänglich Orientierung.

Das wir früh auf Zigbee gesetzt haben, war die richtige Entscheidung. Die Zigbee-Steuerungszentrale wird an einen Router angeschlossen. Und via Bridge & App werden smarte LED angesteuert.

Dieses Verfahren ist sicher, belastet die WLAN-Verbindung kapazitätsseitig nicht und hat den Vorteil der Kompatibilität verschiedener Hersteller untereinander.

SmarthomeAssistent: Sie sprechen die Kompatibilität innerhalb von Zigbee-Netzwerken an. In Teilbereichen ist die ja nicht immer gegeben, z. B. mit dem System von Marktführer Philips Hue. Wäre es nicht naheliegend eine 100-prozentige Hue-Kompatibilität anzubieten?

Rob Timmer: Aus der Sicht einiger Anwender wäre das technologisch und preislich vielleicht reizvoll.

Doch entspricht das nicht unserer Produktphilosophie.

Die Kompatibilität ist über weite Strecken gegeben, in einigen wenigen Teilbereichen wie etwa HomeKit ist das nicht der Fall. Innr versteht sich aber auch nicht als Zulieferer für Hue-Technik.

Nichtsdestotrotz sind verschiedene unserer Produktentwicklungen für Hue-Anwender attraktiv. In diesem Zusammenhang zu erwähnen sind beispielsweise der vier Meter lange Lightstrip, der dezente Smartplug-Steckdosenadapter sowie unsere formschönen Filament-Produkte.

In allen genannten Bereichen war Innr zeitgleich mit den Produkten am Markt oder sogar deutlich früher mit den Produktvorstellungen als es Signify war.

SmarthomeAssistent. Wo sehen Sie Unterschiede zu anderen Anbietern, die ebenfalls auf den Zigbee-Standard setzen?

Rob Timmer: Zunächst einmal in der Produktqualität und technischen Konzeption unserer Angebote. Dieses hohe Qualitätsniveau wird uns in zahlreichen Vergleichstest bescheinigt. Unter anderem von international führenden Testlaboren, wie der c’t-Redaktion.

Innr-Produkte zeichnen sich durch eine hohe Verarbeitungsqualität und durch eine sehr gute Farbwiedergabe bei einem gleichzeitig attraktiven Preisleistungsverhältnis aus.

Mit diesen Hintergründen ist es uns gelungen europaweit Marktanteile zu gewinnen. Das gilt insbesondere in Deutschland.

In Deutschland sind Nutzer besonders kritisch, gut informiert und kostensensitiv. Das spornt uns an.

SmarthomeAssistent: Wo sehen Sie Expansionspotential in den europäischen Märkten?

Rob Timmer: Ganz sicher weiterhin in Deutschland. Unser Ziel ist es, uns weiterhin unmittelbar hinter Marktführer Philips zu etablieren. Das sich Osram aus dem Smart Lighting Bereich verabschiedet begünstigt die Situation natürlich.

In wenigen Tagen werden erstmals Produkte für den Outdoor-Bereich von Innr verfügbar sein. Dieser Markt ist gigantisch groß und wir sind sicher, sehr attraktive Lösungen anzubieten.

Beleuchtung im Garten beziehungsweise an den Hausfassaden steuern zu können hat ein enormes Anwendungs-Potential.

Man könnte auch sagen: Unsere Vorgärten, Einfahrten und Gärten werden heller, farbenfroher und freundlicher. Der Outdoor-Lightstrip hat viele universelle Einsatzgebiete – insbesondere die farbigen Spotlights kreieren faszinierende Farbeffekte.

SmarthomeAssistent: Es sollen WiFi-basierte Produktangebote folgen. Welche Märkte haben Sie hier im Fokus?

Rob Timmer: In verschiedenen Ländern ist die direkte Ansteuerung der LED aus dem lokalen WLAN-Netz populär. In diesem Fall entfällt eine Ansteuerung via Bridge. Das prädestiniert solche Angebote als preiswerte Lösungen, z. B. für Einsteiger in den Smart Home Sektor.

Die Innr-Bridge ist in der Lage bis zu 100 Geräteeinheiten via Zigbee zu verwalten, was übrigens eine Einzigartigkeit in der Branche ist.

Wer jedoch als Student in einer Zweizimmerwohnung lebt, ist vielleicht bereits mit 3-4 LED glücklich, die sich individuell ansteuern lassen.

Für derartige Anwenderkreise kann eine reine WLAN-Lösung ein preiswertes und einfach zu bedienendes Angebot sein.

Deshalb nehmen wir WiFi-basierte Lösungen in Kürze in unser Produktportfolio auf.

SmarthomeAssistent: Wo sieht Innr die größten Wachstumschancen in den nächsten Jahren?

Rob Timmer: Wir sehen drei große Expansionsbereiche. Mehrheitlich interessiert sich die Altersgruppe heute zwischen 25-34 Jahren für Smart Home Techniken.

Die Nutzergruppen werden sich zukünftig ausdehnen, da sich smarte Lichtsteuerung zunehmend als Standard etablieren wird.

In verschiedenen europäischen Ländern haben wir bereits nennenswerte Marktanteile inne. Unser Ziel ist es, ähnliche Positionen beispielsweise in England und den USA zu erreichen.

Darüber hinaus wird Innr kontinuierlich das Angebotsportfolio erweitern. Der Outdoor-Bereich wurde erwähnt, gleiches gilt für WiFi-basierte Lösungen.

Noch in diesem Jahr sind weitere Ankündigungen hinsichtlich spannender neuer Produktvarianten zu erwarten.

Vielen Dank für dieses Interview und den Ausblick auf kommende Produkte von Innr!

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Über den Autor

Florian Beckmann

Dem Thema Smart-Home seit der Einführung von Alexa, Ende 2016, verfallen. Seit dem wird darüber gebloggt, YouTube Videos gedreht und die eigene Wohnung automatisiert, wo es nur geht. 37 Jahre alt, Vater von zwei Kindern, wohnhaft in Hamburg und hauptberuflich Berufssoldat.

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