Ring im Jahr 2020 – Interview mit Dave Ward (GM Europe Ring)

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Ring ist Smart-Security Hersteller der ersten Stunde. Seit seiner Gründung 2013 hat das Unternehmen sein Produktangebot stetig erweitert. Der anfänglichen Videotürklingel folgten schnell Sicherheitskameras für Innen sowie Außen und komplette Alarmsysteme. Im Interview mit Dave Ward, European Managing Director von Ring, haben wir über ein bewegtes Jahr 2020 gesprochen und was sich in dieser Zeit alles getan hat.

SmarthomeAssistent: Ende des letzten Jahres machte Ring Schlagzeilen, nachdem Unbefugte Zugriff auf Kameras in den USA hatten. Was ist damals passiert und wie hat Ring darauf reagiert?

Dave Ward: Wir haben uns intensiv mit den Fällen beschäftigt und haben keine Hinweise dafür gefunden, dass Rings System oder unser Netzwerk kompromittiert wurden. Vielmehr stammten die Passwörter aus diversen kompromittierten Datenbanken anderer Dienste und wurden dann in unserem System ausprobiert. Wir haben damals umgehend alle Kunden angeschrieben, über die Fälle informiert und darauf aufmerksam gemacht, dass Passwort- und E-Mailkombinationen immer einzigartig sein sollten. Die Sicherheit und Privatsphäre unserer Kunden zu gewährleisten und dass sie stets die vollständige Kontrolle über ihre persönlichen Daten und Geräte behalten, ist fundamental für Ring. Wir arbeiten unentwegt daran, dieses Versprechen auch weiterhin einzulösen. Auch deshalb haben wir kurz darauf den Login mit 2-Faktor-Authentifizierung als einer der ersten Anbieter im Bereich Smart Security für alle Nutzer verpflichtend gemacht. Man kann sich also nur noch anmelden, wenn man zusätzlich zum Passwort einen einmaligen Code eingibt, der per SMS oder E-Mail verschickt wird.

Mit dem Control Center in der Ring App machen wir es jetzt außerdem besonders einfach, alle wichtigen Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen zu überblicken. Zum Beispiel können hier alle Geräte und verknüpften Konten angezeigt werden und gemeinsame Benutzer einem Konto hinzugefügt oder entfernt werden.

Um Nutzern außerdem noch eine zusätzliche Ebene der Sicherheit zur Verfügung zu stellen, werden wir in Kürze die Option einer Ende-Zu-Ende Verschlüsselung von Videos anbieten – ebenfalls als einer der ersten Anbieter und zusätzlich zur bereits vorhandenen Verschlüsselung der Videos, die bei uns Standard ist. Damit sind die gespeicherten Videos nur noch von einem einzigen registrierten Endgerät lesbar.

Ring Video Doorbell

SmarthomeAssistent: Dieses Jahr hat Ring eine ganze Reihe neuer Produkte wie z.B. Ring Alarm in Europa auf den Markt gebracht, die das klassische Portfolio eines Videotürklingel-Herstellers stark erweitern. Was ist die Perspektive dahinter?

Dave Ward: Ring hat sich schon immer als Hersteller für smarte Heimsicherheit mit ganzheitlichem Ansatz verstanden. Der Claim „Wir wollen Nachbarschaften sicherer machen“ drückt das ganz gut aus. Da Ring sich den Pionier- und Erfindergeist von Jamie Siminoff auch nach Jahren noch erhalten hat, stellen wir uns immer wieder aufs Neue die Frage, was wir tun könnten, um dieses Ziel noch besser zu erreichen.

Produkte wie Ring Alarm stellen dabei den Vernetzungsgedanken natürlich ganz vorne an. Damit sollen Nutzer die Sicherheit Ihrer Wohnung oder Hauses in derselben App verwalten können, wie die Video-Türklingel oder die Sicherheitskameras. Da wir Heimsicherheit nicht als Privileg, sondern als Ziel sehen, wollen wir über eine einfache Installation und einen erschwinglichen Preis Alarmsysteme für mehr Menschen zugänglich machen.

SmarthomeAssistent: Auch die App hat dieses Jahr deutlich an Funktionen dazugewonnen. Ein Beispiel wäre die Einführung von „Modi“. Was ist das Ziel dahinter und was hat sich sonst noch getan? 

Dave Ward: Die Ring App wird als Schaltzentrale und Herzstück unserer Produkte natürlich stetig erweitert und verbessert. „Modi“ ist Teil unserer Bemühungen, Privatsphäre- und Komfort-Einstellungen, die bereits vorhanden waren, weiter zu vereinfachen und leichter zugänglich zu machen. Damit haben Nutzer über drei anpassbare Profile die Möglichkeit, mit einem Fingerdruck Teile des Sicherheitssystems an- oder auszuschalten. So kann man auf der Startseite der App mit drei Buttons das Profil wählen, das man gerade benötigt.

Auch die Funktion Privatsphäre-Bereiche steht nun auf allen Ring-Kameras zur Verfügung. Damit lassen sich gezielt bestimmte Bereiche im Sichtfeld der Kamera schwärzen. Diese sind dann weder im Live-View sichtbar sind noch werden sie aufgezeichnet, wenn der Nutzer einen Ring Protect Plan abgeschlossen hat, unser optionales Angebot zur Aufzeichnung der Videos . Darüber hinaus kann natürlich auch die Audioaufzeichnung in der Ring App vollständig deaktiviert werden. 

Die App wurde aber nicht nur in Punkto Privatsphäre verbessert, es sind auch neue Funktionen hinzugekommen. Der „Nur Personen“-Modus im Smart-Alerts-Bereich der Ring App sorgt zum Beispiel dafür, dass auf Wunsch nur noch Ereignisse gemeldet werden, bei denen ein Mensch im Sichtfeld der Kamera zu sehen ist. Haustiere oder andere Bewegungen werden fortan ignoriert.

Auch die neue und optionale Bewegungsverifizierung verbessert die Genauigkeit der Erfassung von Ereignissen zusätzlich, um unerwünschte Benachrichtigungen und Aufzeichnungen zu vermeiden. So wird das Video auf Wunsch gekürzt, falls eine Bewegung vor dem Ende der Aufzeichnung stoppt.     . 

Das unterstreicht nochmals, dass wir bei Ring nicht nur die Geräte im Fokus haben, sondern auch das Zusammenspiel der Geräte untereinander. Denn unser Ziel ist es, Nutzern passende Werkzeuge und Funktionen an die Hand zu geben, damit sie ein individuelles Sicherheits-System genau nach ihren Vorstellungen installieren können. 

Ring Video Doorbell

SmarthomeAssistent: Ring ist ja Teil von Amazon und beim Begriff „Zusammenspiel“ kommt einem natürlich gleich Alexa in den Sinn. Hat sich hier etwas verändert? 

Dave Ward: Ja, der Ring Alexa Skill hat ein paar neue Tricks gelernt. Mit der Auto-Live-View-Funktion wird nun auf dem Bildschirm des kompatiblen Alexa-Echo-Geräts, zum Beispiel Fire TV, direkt die Liveansicht angezeigt, sobald jemand an der Tür klingelt. Diese Option lässt sich einfach in den Einstellungen der Alexa App aktivieren. Zusätzlich kann man festlegen, auf welchen Alexa-Geräten bestimmte Benachrichtigungen wiedergegeben werden. Die Gegensprechfunktion kann außerdem nun mit allen Alexa-Echo-Geräten genutzt werden, um sich einfach per Sprachbefehl mit einem bestimmten Ring-Gerät zu verbinden und mit den Personen in dessen Umfeld zu sprechen.

SmarthomeAssistent: Vielen Dank für das Gespräch!

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