Was ist “matter” und wofür braucht ihr das?

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Was ist “matter” und wofür braucht ihr das? Wenn ihr neulich was von “matter” gehört habt, aber nicht genau wisst, was das ist, dann seid ihr hier genau richtig.

Was ist “matter” und wofür braucht ihr das?

Nun wer von euch kennt es nicht, bei euch zu Hause sind einige Geräte mit Alexa verbunden, andere Geräte wiederum funktionieren nur mit HomeKit oder Google. Eigentlich ist es doch an der Zeit, dass jedes smarte Gerät in jedem System funktionieren sollte. Und genau da setzt “matter” auch an. Wenn ihr zum Beispiel eine smarte Steckdose für Alexa habt und diese “matter” unterstützt, so ist die Steckdose automatisch auch HomeKit kompatibel. “Matter” schafft also eine gemeinsame Basis für die Steuerung von SmartHome Produkten. Und es geht sogar noch weiter: Mit der Multi-Admin-Funktion könnt ihr “matter”-Geräte mit einem Assistenten eurer Wahl nutzen. Sei es Google, Alexa oder Siri. Zudem können smarte Geräte mit “matter” im lokalen Netzwerk kommunizieren. Die Steuerbefehle müssen also nicht über das Internet laufen. Bei Siri muss zum Beispiel derzeit eine Internetverbindung vorhanden sein, dies ist auch ein Grund weshalb Siri oftmals langsam reagiert. Die Einrichtung von “matter” ist absolut simpel. “Matter”-Geräte können mittels QR-Codes eingerichtet werden.

Wie erkenne ich “matter”-Geräte?

Je nachdem welches SmartHome-System ihr nutzt, musstet ihr bisher darauf achten, die passenden Geräte dafür zu kaufen. Ich benutze zum Beispiel das Apple Ökosystem. Leider habe ich einige Male Geräte gekauft, die gar nicht mit Apple kompatibel gewesen sind. Mit “matter” gehört das nun der Vergangenheit an. Ein eigenes “matter”-Logo verrät euch sofort, dass euer neues SmartHome Gerät mit eurem Assistent funktioniert.

Wird “matter” andere Systeme ersetzen?

Nein! Denn “matter” ist kein eigenständiges Smarthome System. Die Technologie verbindet lediglich smarte Geräte in eurem Haushalt. Für Aufgaben wie Automatisierungen und Steuerungen sind weiterhin eure herkömmlichen Systeme wie HomeKit, Google, Alexa notwendig. Es ist eher ein Verbindungsstandard wie Zigbee oder Z-Wave, bietet aber noch mehr Vorteile. Auch die Sicherheit wird etwa über Blockchain geregelt. “Matter” kann von Hackern also nicht so einfach manipuliert werden.

Wer unterstützt “matter”?

“Matter” ist eine gemeinsame Initiative von Amazon, Apple, Comcast, Google und der Zigbee Alliance. Anfangs war diese Technologie unter dem Namen “CHIP” bekannt. Mittlerweile zählt die Arbeitsgruppe mehr als 180 Mitglieder. Der Quellcode von “matter” ist open source und somit jedem zugänglich. Anfang Mai 2021 wurden die ersten Spezifikationen mit dem neuen Namen “matter” festgelegt. Damit können Produkthersteller die Produktentwicklung starten und ihre Software testen.

Für Endkonsumenten ist durch “matter” einiges einfacher. Für die Ersteinrichtung ist durch “matter” keine App mehr vom Hersteller notwendig. Diese Aufgabe kann Google, Alexa oder HomeKit direkt übernehmen. Damit sind außerdem auch Automationen deutlich einfacher zu gestalten. Ein weiterer Vorteil ist der Sicherheitsstandard. “Matter” ist so konzipiert, dass die SmartHome-Geräte abhörsicher kommunizieren.

Unter den 180 Mitgliedern gibt es 30 Firmen, die sich selbst Early Adopter nennen. Dazu gehören unter anderem Amazon, Eve und Google. Diese wollen die Zertifizierung der ersten Produkte noch in diesem Jahr abgeschlossen haben. Richtig losgehen soll es jedoch erst ab 2022. Am Anfang werden natürlich erst gängige Geräte “matter”-tauglich sein, wie etwa Lampen, Steckdosen, Schalter, Sensoren und Thermostate. Smarte Kameras sind zunächst nicht dabei, da es für solche Produkte noch keine Spezifikationen gibt.

Welche Technik beherrscht “matter” und benötigt ihr neue Geräte?

Was die Übertragungstechnik angeht, braucht ihr euch keine Gedanken zu machen. “Matter” wird Bluetooth Low Energy, Wi-Fi und Thread unterstützen. Ob ihr neue Geräte braucht, kommt darauf an, ob “matter”-fähige Updates von den Anbietern zur Verfügung gestellt werden. Aktuell lässt sich schwer sagen, welche Geräte ein “matter”-Update bekommen werden. Generell gilt, dass “matter” einen IP Transport Layer benötigt. Zigbee und Z-Wave unterstützen beispielsweise keinen IP Transport.

Wird “matter” sich durchsetzen?

Da Amazon, Google und Apple im Spiel sind, stehen die Chancen gut, dass “matter” sich durchsetzen kann. Außerdem ist es für die Entwickler deutlich einfacher sich auf eine Technologie zu konzentrieren und sie müssen nicht jedes Gerät für verschiedene Ökosysteme anpassen. Einen Nachteil hat “matter” tatsächlich, und zwar setzt die “matter”-Technologie weiterhin auf den stark belasteten 2,4 GHz Funkstandard. Ich bin gespannt, wie sich die SmartHome Szene weiterentwickelt und werde euch natürlich auf dem Laufenden halten.

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