Amazon Alexa: Nutzer verlieren schon nach zwei Wochen das Interesse

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Wieder ist es kurz nach Weihnachten und es dürften so einige Smart Speaker mit Amazons Sprachassistenz „Alexa“ unter dem Baum gestanden haben. Dumm nur, dass viele nach der ersten Euphorie, solch einen Lautsprecher zu besitzen, sogar vergessen das sie eine Alexa besitzen.

 

Bei 25 Prozent der neuen Nutzer schwindet das Interesse an Alexa

Wie aus internen Dokumenten zu entnehmen ist (Bloomberg), hat Amazon ordentlich damit zu tun, die neuen Nutzer bei der Stange zu halten. Schon nach zwei Wochen nutzen neue Kunden die Sprachassistenz Alexa nicht mehr aktiv. Inwiefern diese Nutzer sich von Alexa überzeugen lassen, entscheidet sich bereits in den ersten drei Stunden nach Aktivierung. 

Das Amazon wirklich häufig die Echo Geräte mit einem Rabatt verkauft, dürfte vielen aufgefallen sein. Hier rechnete Amazon im Jahr 2018 bereits, 5 Dollar Verlust pro verkauften Alexa-Gerät zu machen. Logisch, denn die Masse macht das Geschäft. Jeff Bezos sagte 2020 bereits beim Kongress zum Wettbewerbsrecht, dass die Geräte nicht unter dem Herstellungspreis verkauft würden, jedoch bei Angebotspreisen durchaus Verluste auftreten können (mehr dazu findest du hier).

Auch ich bin Alexa Nutzer seit der ersten Stunde, habe sogar einige erfolgreiche Skills entwickelt. Aber ja, im Alltag muss man sagen verwendet man immer wieder dieselben Dinge. Fragen nach der Uhrzeit, dem Wetter, eine Erinnerung erstellen, etwas Musik und steuern von Licht. Das wars aber auch schon. Es gibt ein paar Ausnahmen an Skills, die auch ich regelmäßig verwende. Ich kann mich eigentlich gut in die neuen Nutzer rein versetzen – glaube ich zumindest. 

Neue native Funktionen oder qualitativ hochwertige Alexa Skills?

Ein neuer Nutzer wird erstmal nicht wirklich in der App nach Alexa Skills schauen, welche denn existieren. Und sollte er das doch tun, wird dieser schnell das Interesse verlieren. Seit Beginn hat sich im Alexa Skill Store nicht viel getan, außer das die Anzahl an Skills rasant angestiegen ist. Eine Daseinsberechtigung bei den meisten Alexa Skills ist allerdings selten erkennbar. 

Hier müsste Amazon rigoros aufräumen oder Skills anders sortieren damit diese besser gefunden werden. Außerdem müsste ein Gleichgewicht bei den Skill Bewertungen eingeführt werden. Ein 5-Sterne Skill mit einer einzigen Bewertung kann nicht vor einem Skill gerankt werden, der bereits 200 Bewertungen hat. Außerdem ist hier noch immer eine Baustelle offen, denn Skill Entwickler können weder Kontakt zu der Person die die Rezension verfasst hat aufnehmen, noch können sie überhaupt kommentieren (ich berichtete hier)! 

Der Nutzer kennt also nur die nativen Funktionen, zum Beispiel aus der Werbung. Ausprobieren ist schwierig, denn oft muss eine Frage exakt formuliert werden, um die richtige Antwort zu erhalten. Auch der wöchentliche Amazon Newsletter freitags scheint nicht mehr so zu zünden wie zu Beginn. So kann ich das jedenfalls nur für meine Skills sagen. Erst im Oktober wurde einer meiner guten Skills dort erwähnt und brachte denselben Traffic wie am Tag zuvor. 

Tja und native Funktionen, also Befehle die Alexa von Hause aus beherrscht führen auch immer mal wieder zu Überraschungen. Einige Nutzer wissen sich einfach nicht zu helfen, wenn der Befehl gestern noch funktionierte und heute nicht mehr. Ganz davon abgesehen, ob das ein Fehler war wie sie es gestern ausgesprochen haben oder nicht. Bestehende Funktionen zu entfernen, ist aus Nutzersicht immer etwas ungünstig. Somit lieber weniger neues, dafür aber richtig.

Besteht eine Zukunft für Amazon Alexa?

Ich glaube Amazon hat hier noch einiges zu tun, auch wenn sie wirklich mit einem sehr großen Team an Amazon Alexa arbeiten. Klar gibt es hier mehrere Baustellen gleichzeitig. Sei es das Userinterface für die Display Geräte, sei es die Integration im Auto. Vieles muss hier abgestimmt, koordiniert und über Teams hinweg umgesetzt werden. Doch das interessiert natürlich den einfachen Anwender nicht, wenn es einfach zu kompliziert ist, der Sprachbefehl von gestern nicht mehr funktioniert oder nützliche Skills nur mit direktem Link durch die Community gefunden werden. Ja, ich glaube das in dem Smart Speaker zum Musik abspielen und Licht steuern noch einiges an Potential steckt. Um das zu zeigen und das Interesse an Alexa zu halten braucht Amazon noch mehr Zeit und vor allem muss Amazon die Kunden erreichen – also Nutzer müssen wissen, dass es neue Funktionen gibt.

Wenn du dich zum Thema austauschen willst, dann schau doch mal in unserer „Smart Speaker Gruppe“ auf Facebook vorbei. Dort findest du eine riesige Community, mit der du dich zu sämtlichen Smart Speaker Themen austauschen kannst!

Hinterlasse uns einen Kommentar

  1. Die Musiksteuerung ist immer noch unter aller Sau.
    Multiroom läuft extrem schlecht.
    Da graut mir schon, mit Echo Musik zu starten.

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