Ecovacs Deebot T9 AIVI im Test – Walzen statt Bürsten?

In Kooperation mit iRobot, hat der chinesische Saug-Wischroboter Hersteller ECOVACS den neuen Deebot T9 AIVI mit einer Walzentechnik statt einer Bürste versehen. Das von der Firma „AeroForce“ genannte Doppelwalzensystem soll, zusätzlich zu dem intelligenten und lernenden „AIVI-Kamerasystem“, den Saug-Wischroboter für alle aufkommende Hindernisse wappnen. Ich habe den ECOVACS Deebot T9 AIVI für euch im Test!

Deal

22.09.22: Den ECOVACS Deebot T9 AIVI gibt es auf Amazon  aktuell inklusive Absaugstation für 539,00 Euro. Auf der Produktseite muss man dazu die Werbeaktion aktivieren.

ECOVACS Deebot T9 AIVI im Test – Walzen, Kamera und starke Wischleistung

Man staunte nicht schlecht, als der große und bekannte Saugroboterhersteller iRobot plötzlich auf Walzen statt auf Bürsten gesetzt hat. Diese haben den Vorteil, dass sich lange Haare deutlich schwerer aufwickeln und dafür Tierhaare besser aufnehmen. Die Reinigung der Bürsten wird damit auch deutlich weiter hinausgezögert. Der schon gut ausgestattete T8 AIVI von ECOVACS wurde nun, dank einer Kooperation mit iRobot, aufgemotzt und bekam genau dieses Doppelwalzensystem spendiert. Heraus kam der Deebot T9 AIVI.

Die AeroForce Doppelwalzentechnologie, die OZMO Pro 2.0 Wischtechnologie und das intelligente AIVI Kamerasystem sollen den Deebot T9 AIVI zu einem führenden Saug-Wischroboter der Branche machen. Ich habe mir den ECOVACS Deebot T9 AIVI mal genauer angeschaut und dessen Systeme genau geprüft. Wie er sich in meinem Test geschlagen hat, möchte ich euch zeigen.

Anbei möchte ich mich herzlich bei ECOVACS bedanken, die mir den Deebot T9 AIVI für diesen Test zur Verfügung gestellt haben.

Ecovacs Deebot T9 AIVI Kaufen

Technische Daten und Zubehör des Ecovacs Deebot T9 AIVI

Allgemein

Erscheinungsdatum10/2021
Maße Saugroboter (L/B/H)35,3 x 35,3 x 9,36 cm
Gewicht3.8 kg
Saugleistung3000 pa
Volumen Staubbehälter300 ml
Volumen Wassertank180 ml
Lautstärke67 dB

Laufzeit

Akkukapazitat5200 mAh
max. Ladedauer390 Minuten
max. Saugdauer150 Minuten

Wischfunktion

Ja
+ aktive Wasserzufuhr
+ vibrierend / oszillierend
+ erkennt Teppiche

Absaugstation

Absaugstation optional

Hinderniserkennung

Kamera

Navigationsart

LDS (Laserdistanz)

Features

Schmutzerkennung
Teppicherkennung Saugen

Geeignet für

Hartböden
Haustiere / viele Haare
Teppichböden
Über 100 qm

Appsteuerung

Ja
Virtuelle Grenzen
Virtuelle Raumeinteilung
Mehrere Karten
3D-Karte
Kamerazugriff

Unterstützte Sprachassistenten

Amazon Alexa
Google Assistant

Von uns getestet 

Die Testergebnisse im Detail

TestErgebnis
Saugleistung Laminat 98,89 von 100
Saugleistung Teppich 68,08 von 100
Wischleistung 2,5 von 4
Wischtechnologie 4 von 6
Eckenreinigung 3 von 5
Klettern 2 von 2,4
Navigationstechnologie 9 von 10
Navigation & Hindernisserkennung 4,5 von 6
Reinigungsstation 3 von 7
Besonderheiten 0 von 3
Qualität 4 von 4
App 4 von 4
Bauform 4,5 von 5

Der Lieferumfang des Deebot T9 AIVI

Die Hersteller verschiedenster Saug-Wischroboter fügen ihren neuen Geräten immer weniger Ersatzteile und Tools dem Lieferumfang bei. Auch ECOVACS hat hier ersichtlich gespart. Das Nötigste wurde jedoch mitgeliefert und was da alles dabei war, möchte ich euch hier zeigen.

  • Der Roboter
  • Die OZMO Pro Wischeinheit mit einem montierten Wischtuch
  • Ein weiteres Wischtuch
  • Ein EU-Netzkabel
  • Die Ladestation (Absaugstation optional erhältlich)
  • Die Bedienungsanleitung
  • Ein Aufkleber für die Kamera

Der ECOVACS Deebot T9 AIVI im Detail

Die Plattform des Deebot OZMO 950 wurde weiterentwickelt und mit verschiedensten Funktionen getunt. Das schwarze Abbild blieb jedoch so gut wie gleich. Wie der Deebot T9 AIVI im Detail aussieht, möchte ich euch hier zeigen.

Die Oberseite

Die Oberfläche kommt schwarz lackiert und in einem Look daher, der gebürstetes Metall nachahmt. Jedoch ist das ganze Gerät aus Kunststoff gefertigt. Der auffällig plazierte LiDAR-Sensor, der mitten auf dem Roboter thront, ist für eine präzise Navigation zuständig. Er wurde mit einem blauen, chromfarbigen Rand und Herstellerlogo verziert. Der Powerbutton sitzt genau daneben und kann mit einem Druck den Deebot T9 AIVI starten, stoppen oder zur Ladestation zurückschicken. Der gräuliche DEEBOT Schriftzug wurde etwas weiter hinten auf dem Deckel aufgedruckt.

Unter der Haube findet man ECOVACS typische Elemente wieder. Der eingesetzte Staubbehälter, der mit einem praktischen Reinigungstool begleitet wird, befindet sich unter dem charakteristischen roten Power-Schalter. Kurz daneben sitzt noch der Resetknopf und darüber eine kleine WIFI-LED.

Die Seitenansicht

Auf der Front des Deebot T9 AIVI sticht einem sofort die markante AIVI-Kamera ins Auge, die einen regelrecht anschaut. Diese befindet sich mittig auf dem Bumper, der mit Infrarotsensoren ausgestattet wurde, damit Hindernisse und Wände noch besser erkannt werden. Die Kamera lässt sich mit einem mitgelieferten Aufkleber optional bedecken, falls jemand diese nicht benutzen möchte und Angst um seine Daten hat. Seitlich sieht man nur den Lautsprecherausgang für die Sprachwiedergabe und Schlitze für die Abluft. Am Heck ist ein Dummy eingesetzt, der bei einem reinen Saugvorgang die Lücke schließt, in der sich normalerweise die Wischeinheit befindet.

Die Unterseite

Interessant wird es jetzt erst richtig. Auf der Unterseite springen einem sofort die sehr auffälligen, blauen Gummiwalzen ins Auge, die das AeroForce-System darstellen. Diese lassen sich einfach durch einen kleinen grauen Schieberegler entnehmen. Ganze sechs Absturzsensoren, die einen Sturz aus großer Höhe verhindern, wurden dem Deebot T9 AIVI gegönnt und zwei Seitenbürsten machen die Reinigungsleistung komplett. Unter den Gummiwalzen erkennt man zwei kleine Aussparungen, die beim Kauf verdeckt sind. In meinem Fall sind diese offen, da ich die optional erhältliche Absaugstation besitze. In diesem Fall wird aus diesen Löchern der Schmutz aus dem Staubbehälter gesaugt. Bei einem Kauf ohne Absaugstation sind diese Löcher, wie erwähnt, geschlossen.

Die AeroForce Gummiwalzen

Dank einer Kooperation mit iRobot, wurden die beliebten Walzen in den ECOVACS Deebot T9 AIVI integriert. Diese sollen die Haaraufwicklung deutlich erschweren und auch viel einfacher in der Reinigung sein. Bei der Reinigung soll eine davon den Schmutz aufwirbeln und die andere diesen in den Staubbehälter befördern. iRobot hat damit herausragende Ergebnisse erzielen können, solange die Bodenart dafür gestimmt hat. Wie der Deebot T9 AIVI abschneidet, erfahrt ihr später in der Reinigungsleistung.

Die AIVI-Technologie

Die markant auffallende Kamera auf der Front des Roboters stellt die intelligente AIVI-Technologie dar. Diese soll während der Reinigung Zusammenstöße mit liegen gelassenen Hindernissen wie Socken, Schuhe oder andere Gegenstände verhindern. Dabei erkennt die Kamera, durch einen Datenabgleich mit der ECOVACS eigenen Datenbank, ganz genau, was vor ihr liegt und kennzeichnet das in der App. Das verlangt eine große Kraftanstrengung, da durch den Datenabgleich ein Hindernis gezielt erkannt werden muss. Für diesen Vorgang ist das Einspeichern von über 10.000 Bildern nötig, damit der Roboter das Hindernis selbstständig zuordnen kann. Der Deebot T9 AIVI erstellt dabei ein kleines Bild des Hindernisses, das man auf dem Smartphone abrufen kann. Somit weiß man immer, was im Weg lag. Auch lässt sich ein Fernzugriff über diese Kamera tätigen. Weitere Funktionen findet ihr später in den Funktionen der App.

Der Staubbehälter

Auch hier unterscheiden sich die Staubbehälter wieder. Bei Kauf des ECOVACS Deebot T9 AIVI ohne Absaugstation, befindet sich ein Staubbehälter ohne Schmutzklappen im Gerät. Wenn die optional erhältliche Absaugstation dazugekauft wird, enthält diese einen weiteren Staubbehälter, wie er auf den Bildern zu sehen ist. Dieser besitzt diese besagten Schmutzklappen, die sich bei einem Unterdruck öffnen und den Schmutz aus dem Behälter entlassen. Der Staubbehälter ist mit einem Henkel versehen, um ihn komfortabel aus dem Gerät zu ziehen. Dieser lässt sich über einen roten Schalter einfach entleeren. Außerdem besitzt der Staubbehälter ein eingesetztes 3-Filter-System, das optimal für Allergiker geeignet ist und den Staub in drei Stufen aus der Abluft filtert.

Die Ladestation

Der ECOVACS Deebot T9 AIVI bekommt eine kleine, recht unspektakuläre, aber funktionierende Ladestation mitgeliefert. Sie ist, anders als der Deebot, in Grau gehalten und besitzt eine praktische Kabelaufwicklung auf der Rückseite. Sie ich sehr platzsparend und das Netzkabel kann von hinten eingesteckt werden. Die Ladestation kann gegen eine automatische Absaugstation, die nur optional erhältlich ist, ersetzt werden. Leider bekommt die Ladestation keine Unterlegplatte beigefügt, damit der nasse Wischlappen, nach der Reinigung, nicht auf dem Fußboden verharren muss.

Die optional erhältliche Absaugstation des Deebot T9 AIVI

Beim Kauf dieser Absaugstation muss man etwas vorsichtig sein. ECOVACS bietet seinen Modellen verschiedene Absaugstationen an, die aber nicht für jedes Gerät geeignet sind. Der Deebot T9 AIVI hat eine spezielle Absaugstation, die nur eine bestimmte Art an Staubbeuteln einsetzen lässt. Beim Kauf bitte genau auf dessen Bezeichnung achten.

Die Absaugstation besitzt auf der Auffahrrampe zwei Löcher, durch die der Schmutz ausgesaugt wird. Dieser landet in einem speziell abgedichteten Staubbeutel, der unter dem Deckel auf der Oberseite sitzt. Der Luftauslass der Absaugstation befindet sich auf der Front über dem Roboter und bläst diesen Staubfrei bei einer Entleerung. Auf der Rückseite befindet sich ein praktisches Kabelmanagement, das dem vermeintlichen Kabelsalat den Kampf ansagt. Die Absaugstation ist wie schon erwähnt nur optional zum Gerät dazu kaufbar.

Die OZMO Pro Wischeinheit

Wenn man den Dummy aus dem Heck des Deebot T9 AIVI herausnimmt, dann kann man stattdessen die OZMO Pro Wischeinheit einsetzen. Diese steht ein klein wenig heraus und lässt sich über dem blauen Gummipfropfen befüllen. Diese ist mit einem Sensor versehen, der vom Roboter erkannt wird. Somit lässt sich diese Platte leider nicht optional in die ECOVACS N8 Reihe einsetzen oder in den älteren OZMO 950, da diese diesen Sensor nicht besitzen. Die OZMO Pro Wischeinheit verfügt über eine oszillierende Wischplatte, die das Wischen noch effektiver macht. Die zwei beigefügten Wischlappen bestehen aus Mikrofaser und sind normalerweise für den einmaligen Gebrauch gedacht. Sie überleben jedoch locker ein paar Wäschen in der Waschmaschine.

Die Navigation des Deebot T9 AIVI

Der ECOVACS Deebot T9 AIVI hat im Test eine intelligente Navigation bewiesen. Bei Start jeder Reinigungsaufgabe fährt er zuerst alle Ränder des zu reinigenden Raumes ab und biegt dann ein, um die Mitten des Raumes Bahn für Bahn abzuarbeiten. Dabei zeigt er eine hervorragende, gerade Bahnfahrt. Wenn der erste Raum gereinigt ist, fährt er in den nächsten Raum und reinigt so Raum für Raum alles sauber, bis der Haushalt einmal komplett abgefahren ist. Dabei kann man den Roboter auch auf eine doppelte Reinigung schicken.

Der verbaute LiDAR-Sensor hilft dem Deebot T9 AIVI dabei, sich zu orientieren. Er weiß, wo er ist und wo er war und auch wohin er noch muss.

Die Hinderniserkennung

Der Deebot T9 AIVI besitzt das intelligente AIVI-Kamerasystem, das herumliegende Gegenstände erkennen und zuordnen soll. Wurde ein Hindernis erkannt, umfährt der Roboter dieses in einem großen Bogen und sendet gelegentlich sogar ein kleines Symbol des Hindernisses aufs Smartphone, das man dann in der Karte ansehen kann.

Dem Vorteil zum trotze verfügt der Deebot T9 AIVI leider nicht über eine TrueDetect3D-Hinderniserkennung. Das bedeutet, es gibt keine Laser auf der Front, die zusätzlich die Hindernisse abtasten können. Das führt dazu, dass er häufig noch seinen Bumper benutzen muss. Jedoch geht er mit Wänden und Möbeln sehr behutsam um. Das AIVI-System funktioniert wunderbar. Immer mal wieder kam es im Test vor, dass er herumliegende Schuhe mit seinen kleinen Seitenbürsten streifte. Im Großen und Ganzen meidet er jedoch alles, was ihm im Weg liegt und überfährt auch nichts. Der Roboter kann optimal mit hohen Türschwellen umgehen. Im Test schaffte der ECOVACS Deebot T9 AIVI ganze zwei Zentimeter zu überwinden. Wenn die Leiste der Türschwelle abgerundet ist, dann schafft er sogar noch mehr.

Die Rückkehr zur Ladestation

Der ECOVACS Deebot T9 AIVI fuhr im Test zuverlässig in zehn von zehn Fällen sofort die Ladestation an. Wenn jedoch Hindernisse auf dem Weg dort hin liegen oder stehen, dann kann es schon mal vorkommen, dass er diesen nicht gezielt aus dem Weg geht, sondern sich an ihnen entlang tastet, bis er daran vorbei ist. Das machen Geräte von Roborock und Co. besser. Diese Eigenart ist jedoch schon bekannt von Vorgängern des Gerätes. Vor seiner Ladestation hält der Deebot T9 AIVI kurz inne und fährt dann sehr langsam und gemütlich auf diese zu und dockt an. Wenn er mal nicht sofort den richtigen Sitz auf der Station findet, dann setzt er kurz zurück und versucht es so lange, bis er perfekt auf ihr landet.

Die Reinigungsleistung des Deebot T9 AIVI

Seine neueren Vorgänger haben es gezeigt, wie es geht. ECOVACS Saug-Wischroboter verfügen allesamt über eine einwandfreie Saugleistung, sowohl auf Hartboden, wie auch auf Teppichboden. Jedoch besitzen all diese die bekannte Kombibürste aus Borsten und Gummilamellen. Wie sich der Deebot T9 AIVI in der Reinigungsleistung, mit seiner neuen AeroForce Walzentechnologie und seinem OZMO Pro Wischsystem schlägt, zeige ich euch hier.

Die Saugleistung

Das Unternehmen ist bekannt dafür, ihre Saug-Wischroboter mit überzeugenden Saugleistungen zu bestücken. Dabei sollte man genau darauf achten, was eigentlich die Saugleistung ausmacht. Da spielen die Pascal nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist die Harmonie zwischen verbauter Bürste und Saugkraft. Mit der bekannten Hauptbürste der Vorgänger war die Reinigung im Saugmodus sehr zufriedenstellend. Doch ist das mit der AeroForce Gummiwalzentechnik immer noch der Fall?

Ich würde sagen ja. Die 3000 Pascal starke Saugleistung ist durchweg wuchtig, was man im stärksten Saugmodus auch deutlich hören kann. Jedoch scheint es mir so, als wenn die Kombibürsten der Vorgänger feiner abgestimmt waren. Auf Hartboden glänzt die AeroForce Technologie auf voller Linie. Schmutz in jeglicher Form wird zuverlässig eingesaugt. Auch vor etwas gröberen Schmutz macht er nicht halt und entfernt diesen sehr zuverlässig. Auf Teppichboden zeigt er ebenfalls ein gutes Saugbild. Gerade was Haare angeht, hat er überzeugen können. Tierhaare werden restlos von Hart- und Teppichboden entfernt und landen alle im Staubbehälter. Lange Haare können sich nur um die Aufhängung der Bürsten wickeln und diese sind sehr einfach zu reinigen. Seine verbauten AeroForce Doppelgummiwalzen kann man jedoch deutlich hören. Gerade dann, wenn man nicht immer durchweg geraden Boden hat oder er Türschwellen überwindet. Alles in allem ist der ECOVACS Deebot T9 AIVI ein hervorragender Staubsauger.

Die Rand- und Eckenreinigung

Durch die langen Borsten der Seitenbürsten kommt der Deebot T9 AIVI, bei der Randreinigung im Test, immer vollständig an den Rand. Da gibt es überhaupt nichts zu meckern. Auch die Eckenreinigung stellt sich für ein rundes Gerät als zufriedenstellend heraus. Da er über keine 3D-Hinderniserkennung verfügt, benutzt er dabei seinen Bumper und drückt sich in die Ecke. Natürlich kommt ein rundes Gerät nicht vollständig in die Ecke, diese werden aber auch nicht mehr so verschmutzt bei einer täglichen Reinigung.

Der ECOVACS Deebot T9 AIVI besitzt zwei Seitenbürsten, die im Test ein sichtbar besseres Ergebnis abliefern als Geräte mit nur einer Seitenbürste. Immer wieder konnte ich beobachten, wie eine der Bürsten den Schmutz etwas weiter weg schleuderte. Obwohl sie sich nicht allzu schnell drehen, kann so etwas immer wieder passieren. Die zweite Seitenbürste half fast jedes Mal dabei, diesen Schmutz wieder in Richtung Gummiwalzen zu fegen. Das können Geräte mit einer einzigen Seitenbürste einfach nicht und so bleibt hier gerne mehr liegen, auch wenn viele Nutzer das vehement bestreiten. Fakt, ist einfach Fakt.

Die Wischleistung

Dank der oszillierenden OZMO Pro Wischfunktion, schaffte es der ECOVACS Deebot T9 AIVI im Test immer wieder mich zu überraschen. Diese Art der Wischfunktion hat gezeigt, es geht besser als das bloße Hinterherziehen eines feuchten Lappens durch den ganzen Haushalt. Mit dieser schafft er es sogar, teilweise stark eingetrocknete Flecken restlos zu beseitigen. Rotierende Wischmopps sind die einzige Form der Wischfunktion, die die OZMO Pro Wischfunktion meiner Meinung nach übertrumpft. Somit bekommt man ein streifenfreies und wunderschön gleichmäßiges Wischbild geliefert. Zwar stellte sich im Test heraus, dass die zweite Generation dieser Technik immer noch etwas an Geräuschen von sich gibt, jedoch lange nicht mehr so störende wie die erste Generation es noch tat.

Das Einstellen einer intensiveren Wischleistung ist möglich über die App. Wenn die Intensivreinigung eingeschaltet ist, dann fährt der Deebot T9 AIVI seine Bahnen doppelt ab, was zu einem leistungsstarken Wischbild führt.

Leider gab es im Lieferumfang keine Wasserschutzmatte, die man vor die Ladestation legen könnte, damit der Roboter nach der Reinigung sein nasses Wischtuch nicht auf dem blanken Fußboden parken muss. Wer die optional erhältliche Absaugstation besitzt, der hat dieses Problem nicht. Der Deebot T9 AIVI erinnert jedoch nach jeder Reinigung daran, die Wischeinheit zu entfernen. Aufgepasst, der Roboter meidet Teppichboden gänzlich, mit anmontierter Wischfunktion.  Die Wischleistung stellte sich wirklich als klasse und zufriedenstellend heraus.

Die App und dessen Funktionen

Jeder moderne und neue Saug-Wischroboter wird heutzutage nicht ohne passende App ausgeliefert. Diese gehört einfach dazu. Wie man schon überall heraushören konnte, hat hier ECOVACS in der Vergangenheit Probleme verursacht. Das scheint ein ECOVACS typisches Problem zu sein.

Die Kartenerstellung und Raumreinigung

Der Deebot T9 AIVI kann durch seine intelligente LIDAR-Navigation eine detaillierte Karte des Haushaltes anfertigen. Mit dieser Karte kann man dann umfangreich interagieren. Nach seiner ersten Reinigung erstellt der Roboter automatisch einzelne Räume auf dieser Karte, die nachträglich händisch angepasst und benannt werden können. Es ist sogar möglich, individuelle Reinigungseinstellungen für jeden einzelnen Raum zu definieren. Dabei kann man einstellen, in welcher Saugstärke oder mit welcher Wischintensität gearbeitet werden soll. Auch das doppelte Reinigen eines einzelnen Raumes ist einstellbar. Der Deebot T9 AIVI ist ebenfalls in der Lage, mehrere Karten oder Etagen zu speichern.

Die Reinigungsmöglichkeiten

Die Einzelraumreinigung ist wie schon angesprochen möglich und sogar nach Reihenfolge anzuordnen. Eine komplette Reinigung, wie auch das Reinigen eigens eingezeichneter Bereiche, ist möglich. Dabei lassen sich noch verschiedenste Reinigungsoptionen zuschalten.

Sperrzonen

Sowohl Sperrwände oder Linien, als auch ganze Zonen können auf die Karte eingezeichnet werden. Diese hindern den Roboter zukünftig daran, abgesperrte Bereiche zu befahren. Das funktioniert im Test zuverlässig, jedoch ist das genaue Einzeichnen etwas schwerer und fummelig. Der Roboter erkennt selbstständig Teppichboden und somit ist das Einzeichnen von Nicht-Wischzonen an diesen Stellen unnötig. Jedoch kann man schwer empfindliche Bodenbereiche damit sperren.

Grundeinstellungen

In der App findet man verschiedenste Grundeinstellungen, die nach den eigenen Bedürfnissen angepasst werden können. So kann man unter anderem die Saugkraftverstärkung auf Teppichboden aktivieren oder deaktivieren. Auch eine Wiederaufnahme der Reinigung nach verbrauchter Akkukapazität ist vorhanden. Ein Nicht-Stören-Modus verhindert die weibliche Sprachausgabe ab einer eingestellten Zeit. Wer nicht vergessen will, sein Reinigungstuch regelmäßig zu wechseln, kann sich eine Erinnerung dafür ausgeben lassen. Sogar eine Selbstentleerungseinstellung ist schon vorhanden, damit mit einer optional erhältlichen Absaugstation interagiert werden kann. Die intelligente Erkennung mit AIVI ist selbstverständlich auch komplett zu deaktivieren.

Der Reinigungsplan

Natürlich kann man den Deebot T9 AIVI auch zeitlich eingestellt in die Reinigung schicken. Dabei kann man auswählen, ob man eine komplette Reinigung oder eine Raumreinigung haben möchte. Auch einstellbar ist, wann der Roboter losfahren soll und an welchen Tagen er das machen soll. Dabei greift die voreingestellte Reinigungsleistung für jeden Raum.

Einsehbare Protokolle

Natürlich kann man auch ein Reinigungsprotokoll einsehen, das die vergangenen Reinigungen anzeigt. Ebenso ist der Ablauf der Zubehörnutzung selbstverständlich möglich. Der Deebot T9 AIVI kann eigens benannt werden und die Sprachausgabe ist in vielen verschiedenen Sprachen, darunter natürlich auch deutsch, möglich.

Die 3D-Karte

Es ist möglich, seine erstellte Karte in eine 3D-Karte aufzurüsten. Das ist eine nette Spielerei, jedoch in meinen Augen relativ unnötig. Man kann seine erstellte Karte in 3D anzeigen lassen und diese auch bearbeiten. Man kann dabei Möbelstücke in die Karte einsetzen. Die Auswahl an Möbeln ist leider sehr begrenzt. Durch das Anklicken eines abgesetzten Möbelstücks reinigt er um dieses herum. Das ist praktisch, wenn man gerade am Esstisch gegessen hat.

Der Videomanager

Der Videomanager ist noch vor der Startseite bei der Auswahl der Roboter zu finden. Wenn man diesen öffnet, bekommt man die volle Leistung der Kamera. Mit dieser ist es nämlich möglich, verschiedenste Aktionen durchzuführen. Man kann sich ein Livebild anzeigen lassen und den Roboter manuell durch den Haushalt bewegen. Fotos kann man dabei auch machen. Ebenso ist ein Sprachanruf über den Deebot T9 AIVI möglich. Durch das Setzten eines Pfeiles auf der Karte, kann man den Roboter an beliebige Stelle führen. Leider muss es dafür hell genug sein, denn eine Nachtsichtkamera ist nicht verbaut. Durch eine abrufbare Flächenkontrolle fährt der Deebot T9 AIVI an bestimmte Stellen und schaut sich um. Dabei macht er Fotos, die in der App gespeichert werden. Auf gut Deutsch, eine kleine Überwachungskamera auf zwei Rädern.

Negativ aufgefallenes

Im Test des ECOVACS Deebot T8 AIVI kam es bei mir ein einziges Mal vor, dass sich der Roboter nicht mehr orientieren konnte und verwirrt in meiner Wohnung umherfuhr. Dabei drohte eine Kartenverschiebung in der App, das ich aber durch einen manuellen Stopp verhindern konnte. Auch ist es ein einziges Mal passiert, dass er zwei ausgewählte Räume reinigen sollte, dabei einen reinigte und den anderen nur zur Hälfte. Danach fuhr er wild und ohne Ziel herum. Ich muss dazusagen, dass sich diese Probleme nur ein einziges Mal zeigten. Nachdem ich ihn erneut von seiner Station aus gestartet hatte, fuhr er wieder ganz normal und so wie er sollte.

Mein persönliches Fazit

In meinem Test stellte sich der ECOVACS Deebot T9 AIVI als hervorragender Saug-Wischroboter heraus, der mit jedem Haushaltsschmutz zurechtkommt. Die Navigation ist solide und intelligent, die AIVI-Technologie eine deutliche Erleichterung und die AeroForce Doppelgummiwalzen ein echter Haarschlucker. Bis auf die einmalig aufgefallenen Problemchen in der App, war auch diese stabil und zuverlässig.

Bei einer UVP von 799 €, das wohl bemerkt ohne Absaugstation, kann ich den Deebot T9 AIVI nur bedingt empfehlen. Das aus einem einzigen Grund. Da ein günstigeres Gerät aus der N-Reihe des Herstellers ebenso einen guten Job macht. Natürlich muss ich dann aber auf den Videomanager und auf die exzellente Wischfunktion verzichten. Dafür bekomme ich dann die altbewährte Kombibürste und eine ebenso ausgezeichnete, fehlerfreie Navigation. Wer aber den Fokus auf Überwachung und Haarentfernung legt, der wird mit dem Deebot T9 AIVI sehr glücklich werden, da die AeroForce-Technologie hier stark punkten konnte. Inzwischen gibt es den Roboter schon im Angebot für 499 € im Internet zu erwerben und für diesen Preis ist er definitiv nicht verkehrt!

Alternativen

Wer sich beim ECOVACS Deebot T9 AIVI unsicher ist, der kann sich auch gerne den Vorgänger, den ECOVACS Deebot T8 AIVI anschauen, der vertraute Funktionen bereithält. Eine weitere sehr empfehlenswerte Alternative stellt der Roborock S6MaxV dar. Dieser ist inzwischen auch schon für knappe 450 € erhältlich, aber kann fast das Gleiche. Wer sehr tief in die Tasche greifen möchte, der kann auch zum Roborock S7MaxV greifen, der in verschiedensten Varianten auf den Markt kam. Auch der ECOVACS X1 PLUS oder TURBO und OMNI, sind eine geniale Alternative, jedoch teurer.

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Saugroboter ID: 68819

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